Klaus-Peter Jörns

Gedichte

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 Gedichte, Literarisches

 
1) Vom unwirksamen Gott. Religiöse Motive in der Lyrik Bertolt Brechts, in: Pastoraltheologie 58/1969, 370-384. 441-451; auch in: Der Lebensbezug des Gottesdienstes (= I,13), 211-239
 
2) Geh' aus, Soldat, und säe Leid. Paraphrase eines Kirchenliedes, in: Pastoraltheologie 58/1969, 452f.
 
3) Und sprach erst viel später wieder von Gott. Gedichte und Prosa, beim Lesen der Bibel geschrieben, Gütersloh 1970, 50 S.
 
4) Drei Gedichte, in: Zeitwende. Die neue Furche 41/1971, 414ff.
 
5) Interpretationen literarischer Texte mit dem informationstheoretischen Strukturmodell (gemeinsam mit Helen Ziskoven), in: Der Deutschunterricht 23/1971, 20-36
 
6) Uneigentliches Sprechen - Ausdrucksformen des Komischen (gemeinsam mit Helen Ziskoven), in: Unterrichtsmodelle. Begleitband zu R. Uhlshöfer (Hg.), Arbeitsbuch Deutsch, 1, Sprache und Gesellschaft, Dortmund 1972, 165-182
 
7) Ecce homo: Der Ödipus des Sophokles, 1984, in: Der Lebensbezug des Gottesdienstes (= I,13), 192-210
 
8) "Gehe hinüber". Franz Kafkas "Von den Gleichnissen" und unsere Gleichnisverkündigung, in: J. Seim / L. Steiger (Hgg.), Lobet Gott: Beiträge zur theologischen Ästhetik (FS R. Bohren), München 1990, 96-109
 
9) „DIKTAION ANTRON - Diktäische Höhle“. Wahrnehmung Gottes in theologischer Poesie, in: H. Krötke (Hg.), „Ein Wort - ein Glanz, ein Flug, ein Feuer ...“. Theologen interpretieren Gedichte. FS W. Krötke zum 60. Geburtstag, Stuttgart 1998, 95-108.
 
 
 
Kostas sagt:
Einen Moment, ich hole die Lampen,
und steigt, gelassen, ein Herr,
auf dem Esel voraus auf den Berg.
Wir folgen - wer sind wir - ,
er spricht mit dem Esel 
über den Weg bis nach oben.

Dann geht er mit uns
Stufe für Stufe
in die Geschichte hinab
vom Gotteskind Zeus
in der Höhle.

Geboren, nicht geschaffen,
vom Vater verfolgt,
und getränkt mit der Milch
von steinernen Ziegen
wächst er heran 
in Gaias eisigem Schoß --

bis er mit List die Geschwister befreit
und den Himmel erobert,
den Heras Glut ihm auf Samos
in dreimal hundert Jahren der Liebe
festlich bereitet.

Wir sehen nach oben, nach uns,
vom Grunde des Mythos hinauf
nach dem Baum am Ende der Stufen:
Sonne und Eishauch 
haben in ihm sich vermählt,
und wir finden, als Kostas die Lampen gelöscht,
sein Grün in unsere Haare gewoben.

Über die Berge weht Licht,
Licht, in dem
die eine Geschichte
und alle
sich brechen.


DIKTAION ANTPON

Kreta, 1./2.11.1996