Klaus-Peter Jörns

Inhaltsverzeichnis

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Klaus-Peter Jörns: Notwendige Abschiede. 
Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum
Inhaltverzeichnis

Vorwort 7
Hinweise zum Lesen 10
Erster Teil: Beschreibung der Lage 12
1. Der Ausgangspunkt: Eine vielfach gespaltene Situation des Glaubens <12
2.   Der kulturelle Rahmen:  Die „eigene“ Kultur weitet sich aus 20
3. Die Überraschung und ein Erschrecken:  Die "Rückkehr der „Religion" 24
Umfragen belegen zuerst einmal ein neues wissenschaftliches Interesse an Religion 24
Religion wird zur Sache der Bürgerinnen und Bürger 27
Es geht um eine tragfähige Gottesbeziehung und den Lebensbezug des Glaubens 28
Eine erschreckende Rückkehr von Religion in die Politik 32
4. Die Ernüchterung:  Religionsinterner Pluralismus kennzeichnet Theologie, Gemeinden und Pfarrerschaft 35
Der von den Kirchen abgewehrte Pluralismus ist in der Theologie längst Alltag 36
Die Situation in den Kirchengemeinden 38
Die Situation in der Pfarrerschaft beider Kirchen 42
5. Die Grundthese:  Lebendiger Glaube ist sich wandelnder Glaube 48
Zweiter Teil II: Notwendige Abschiede von überlieferten Glaubensvorstellungen 55
1.   Abschied von der Vorstellung, das Christentum sei keine Religion wie die anderen Religionen 56
Religion hat unterschiedliche soziale Erscheinungsformen und eine unaufhebbare Beziehung zum kulturellen Gedächtnis 58
Das Welt- und Menschenbild als Sozialform „unsichtbarer Religion“ existiert unabhängig von Kirchen und Dogmen 59
Kirchen gehören zur „sichtbaren Religion“ und sind spezifische Sozialformen von Religion 62
Übergange zwischen unsichtbarer und sichtbarer Religion halten Religionsgemeinschaften und Gesellschaft offen für einander 63
Religion und Kultur sind durch das „kulturelle Gedächtnis“ miteinander verbunden 65
Das Prinzip der kulturellen Kohärenz macht den Umgang mit kanonisierten kulturellen Texten heute schwer 67
Erinnerung und Kommunikation strukturieren das kulturelle Gedächtnis 70
Der Glaube der einzelnen Menschen ist die Individualform von Religion 73
Der Lebensbezug des Glaubens 78
Ein Haus des Lebens 81
2. Abschied von der Vorstellung, die Bibel sei unabhängig von den Regeln menschlicher Wahrnehmung entstanden 85
Religionsinterner und interreligiöser Pluralismus sind biblisches Erbe und wollen theologisch ernstgenommen werden 86
Belege aus der frühen israelitischen Überlieferung 87
Das Nebeneinander der vier Evangelien 90
Der biblische Pluralismus kann nicht mehr mit einem "Generalskopos" zugedeckt werden 93
>Die Exegese führt zu der ungewohnten Erkenntnis, daß Gott und Wahrheit in der Bibel nur mittelbar zu finden sind 96
Wahrnehmen und Erinnern als schöpferische Tätigkeiten von Geist sorgen für die Vielfalt menschlicher Wahrnehmungen Gottes 101
Viktor von Weizsäckers Theorie der Wahrnehmung 101
Geist ist das „Eigentliche des Wirklichen“, ist Gott 106
Auf Begegnung und Wahrnehmung folgt das Erinnern 108
Christlich-biblische Erfahrungen kritisch wahrgenommen und selbstbezogen erinnert 110
Weihnachts- und Tauferzählungen, oder: Wes Geistes Kind Jesus ist 110
Ostererzählungen, oder: Das neue Leben muß in der Gestalt des alten wahrgenommen werden 112
Pfingsterzählungen, oder: Wie das aramäische Evangelium über Kulturgrenzen hinweg in die hellenistische Weltsprache kam 114
Die Geistkindschaft der Christen, oder: Wie der Geist vom knechtenden Gott zur Freiheit der Kinder Gottes führt 115
Gebet, oder: Kommunikation mit Gott über das Leben 116
Liturgie, oder: Was geschieht, wenn Überlieferungen liturgisch verwendet werden 118
Die Bibel als „Wort Gottes“, oder: Wie sich verschriftlichte Erinnerungsgestalten und lebendiges Wort Gottes zueinander verhalten 119
Biblische Überlieferungen, nach dem Dreischritt von Begegnen – Wahrnehmen – Erinnern betrachtet: Ergebnisse 120
Das Christentum hat sich zur Schriftreligion verengt.  Bedenken, nicht nur von Platons „ungeschriebener Lehre“ her, geäußert 121
Platon beharrt trotz seines großen Oeuvres auf dem Vorrang des Gesprächs 121
Auch nach Paulus kommt der Glaube aus dem Hörensagen 123

Vom Kampf gegen den Pluralismus zur Einsicht in die Vielfalt der universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes

125

Was kann es noch heißen, von „Offenbarung“ zu reden?

128

3.   Abschied von der Vorstellung, ein einzelner Kanon könne die universale Wahrnehmungsgeschichte Gottes ersetzen

132

Jede Religion pflegt eine besondere Gedächtnisspur im Rahmen der universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes

133

Die Rolle der Kanons im Rahmen der universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes

136

Kanons sind geschlossene Gedächtnisspuren Gottes

136

Einflüsse unterschiedlicher Gedächtnisspuren auf den jüdischen Teil der Bibel: das Gilgamesch-Epos

139

Einflüsse unterschiedlicher Gedächtnisspuren auf den christlichen Teil der Bibel: ägyptische Einflüsse

141

Der alte und der neue „Heiland der Welt“ – die Begegnung des frühen Christentums mit dem griechisch-hellenistischen Asklepios-Kult

143

Der Reichtum der universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes ist noch zu entdecken

145

Theologien müssen Konstruktionen von Wirklichkeit riskieren, die die veränderte kulturelle Situation und die universale Wahrnehmungsgeschichte Gottes ernstnehmen

146

Theologische Entwürfe können hinterfragt werden, auch wo sie kirchlich dogmatisiert worden sind

146

Überholte dogmatische Urteile können überwunden werden, wenn ihre kulturell bedingten Anteile „überschrieben“ werden

150

Die Verwerfungen von „Heiden“ und „Juden“ in der Bibel stellen eine Herausforderung dar, die mit entschiedenen Mitteln beantwortet werden muß

153

Die Leidensgeschichte der Menschheit verlangt Entwürfe für den einen „Himmel“ und die eine Erde und nicht die Reproduktion alter Partialwelten

154

Was Bibel und christlicher Glaube mit Wahrheit zu tun haben. Thesen

156

Der Abschied Jesu und die Zukunft der Wahrheit

160

4.   Abschied von Erwählungs- und Verwerfungsvorstellungen

163

Die Wortgruppe ‚erwählen‘, ‚auserwählen‘ in heutigem Sprachgebrauch und Erfahrungszusammenhang

164

Die Gottesbeziehung als Basis der Erwählungsvorstellungen

166

Die Christen übernehmen die Erwählungsvorstellung, entgrenzen sie aber

170

Die Tragik der Kirche: Sie bindet die Liebe und Weite Gottes wieder an eine Partialwelt: an sich selbst

172

Gott darf nicht vom Erwählungsdenken instrumentalisiert werden

175

Der narzißtische Hintergrund von Erwählungsvorstellungen

178

Die gefährlichste Form der Erwählungsidee: die Verbindung aus Ethnozentrismus / Rassismus und „heiliger“ Gewalt

181

Wir brauchen eine Didaktik zur Entwöhnung von Erwähltheitsbedürfnissen

185

Ein Nachwort zum Stichwort „antiselektionistische Ethik“

186

5.   Abschied von der Vorstellung einer wechselseitigen Ebenbildlichkeit von Gott und Menschen

189

Bei den meisten Völkern verstehen sich die Menschen als von Gott geformt, und bei vielen als nach Gottes Bild erschaffen

190

Die Menschen haben sich Gott vorgestellt nach dem Bild, nach dem er Menschen (und Tiere) geschaffen hat

196

Schon früh beginnt die Kritik an der Gottebenbildlichkeit des Menschen und an der Darstellbarkeit Gottes im Kultbild

198

Der Gedanke der Ebenbildlichkeit schränkt die wahre Universalität Gottes ein und fördert den Mißbrauch tödlicher Gewalt

201

Wir können Gott nicht auf personale Kategorien festlegen

205

Die Mystik als Weg in eine Zukunft, in der wir Menschen uns menschlich sehen lassen können

207

6.   Abschied von der Herabwürdigung unserer Mitgeschöpfe

211

Die biblischen Schöpfungserzählungen flechten ein Netz von Lebensbeziehungen und kennen keine „Krone der Schöpfung“

212

Theologie darf die Schreckensherrschaft der Menschen über die Tiere nicht rechtfertigen und Tiere nicht von Gottes Zukunft ausschließen

216

Die Ehrfurcht vor dem Leben als Heilmittel gegen die „geistige Krankheit“ der Menschen

223

Eine Liturgie für die Beerdigung von Haustieren

230

7.   Abschied von der Vorstellung, der Tod sei „der Sünde Sold“

232

Das Leben beginnt und endet mit notwendigen Abschieden

233

Die „Vertreibung aus dem Paradies“ hat nichts mit unserer Sterblichkeit zu tun

235

Das Bewußtsein der Endlichkeit weckt den Wunsch zu bleiben

238

Die Rede vom Tod als der „Sünde Sold“ verunstaltet den Tod zum Strafverhängnis und verleitet uns zu einem aussichtslosen Kampf

240

Die Vorstellung stammt aus einem Verständnis von Glauben als Gehorsam

240

Statt gegen den als Strafe mißverstandenen Tod zu kämpfen, können wir den Tod als wichtigstes Argument für das Leben nehmen

245

Was Menschen heute vom Tod als Strafverhängnis denken

248

Der Tod als Tor zu einem anderen Leben

248

8.   Abschied vom Verständnis der Hinrichtung Jesu als Sühnopfer und von dessen sakramentaler Nutzung in einer Opfermahlfeier

250

Kontexte, die Denken und Fühlen beim Stichwort Sühnopfer beeinflussen

251

Die Struktur des Opferrituals ist auf die Darstellung der Passion Jesu und des letzten Mahles übertragen worden

253

Der Dreischritt des Opferrituals: Nehmen – Schlachten – Teilen

253

Die Darstellung der Passion Jesu folgt dem Dreischritt des blutigen Opferrituals

255

Der Dreischritt prägt auch die „Einsetzungsworte“ des letzten Mahles Jesu und weist es als Festmahl der Opferhandlung zu

257

Das Johannesevangelium und die Didaché kennen eine opferfreie Mahlfeier – haben sich aber in der Kirche nicht durchgesetzt

259

Das Johannesevangelium deutet die Hinrichtung Jesu nicht als Sühnopfer und führt mit der Fußwaschung ein eigenes Sakrament ein

259

Die „Lehre der Apostel“ (Didaché) kennt eine Mahlfeier ohne Bezug zu Jesu Tod, ohne Einsetzungsworte und Sühnegedanken

264

In der Gesamtkirche wird die Sühnopfertheologie dominant, weil sie sich sakramental nutzen und mit unterschiedlichsten Erwartungen verbinden läßt

266

Gegen Ende des 1. Jahrhunderts zeigt sich ein differenziertes Bild im Blick auf die Mahlfeier und die Sühnopferdeutung der Hinrichtung Jesu

268

Die christliche Sühnopfertheologie ist im Blick auf den geschichtlichen Wandel der Opfer- und Gottesvorstellungen anachronistisch

269

Die christliche Sühnopfertheologie stellt innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Opfervorstellungen einen Anachronismus dar

269

Die Sühnopfertheologie ist auch im Blick auf den geschichtlichen Wandel der Gottesvorstellungen anachronistisch

273

Die kirchliche Sühnopfertheologie und die darauf basierende Mahlfeierpraxis widersprechen der Verkündigung Jesu

275

Die wechselnden Subjekte in dem auf Jesu Sterben übertragenen Opferritual geben Auskunft darüber, welchem theologischen Zweck es dienen sollte

276

Die zentrale Botschaft Jesu von der unbedingten Liebe Gottes widerspricht einer Deutung seines Todes als Sühnopfer

279

Warum die Kirche Jesu letztes Mahl und seine Hinrichtung trotzdem vom Sühnopfergedanken her gedeutet hat

282

Entspricht das blutige Opfer der Struktur der menschlichen Seele?

284

Die Sühnopfervorstellung steht heute dem Evangelium von Jesus Christus im Wege und muß verabschiedet werden

286

Opferfreie Möglichkeiten, die Hinrichtung Jesu zu erinnern

293

Überlegungen und Vorschläge für eine opferfreie Mahlfeier

297

Teil III.  Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum

300

1.   Kriterien eines glaubwürdigen Christentums

300

2. Arbeit am religiösen Gedächtnis der Menschheit als vor uns liegende Aufgabe

306

Die Arbeit am religiösen Gedächtnis der Menschheit muß bei der eigenen Religion beginnen

310

Arbeit am religiösen Gedächtnis als Kampf um die Erinnerung

319

3.   Pia Desideria: Fromme Wünsche

322

Ein Kanon aus den Kanons

322

Ein Festjahr für Weltbürger als Basis einer lebensfreundlichen Kultur

326

Glossar

330

Namen- und Literaturverzeichnis

338